Kaum ist Lemony Snicket: Rätselhafte
Ereignisse in den deutschen Kinos gestartet gibt es auch schon das
GBA-Spiel zum Film, in welchem ihr nun selber in die Rolle der
plötzlichen Waisenkinder Violet, Klaus und Sunny schlüpfen dürft.
Verantwortlich für die Umsetzung ist Activision.
Ich höre jetzt schon die Aufschreie „ Nicht schon wieder eine schlechte
Lizenzumsetzung“ bei den Lesern dieses Tests. Ist ja nicht ohne Grund
auch niemandem zu verübeln. Aber bleiben wir fair und geben dem Spiel
eine Chance. Vielleicht ist Lemony Snicket ja eines der seltenen guten
Lizenz-Spiele und wird der guten Qualität des Filmes gerecht.
Zur Story: Die Eltern von Violet, Klaus und der kleinen Sunny sind bei
einem Brand ums Leben gekommen, so dass die drei nun bei einem
entfernten Onkel – Graf Olaf – leben müssen. Olaf ist ein begnadeter
Schauspieler und Chef einer Theatergruppe. Mit deren Hilfe hat er
allerdings nur eines im Sinne: Das riesige Erbe der drei Kinder. Das
müssen die Drei natürlich verhindern…
Das Spiel selber präsentiert sich nun als Mischung aus Jump´n Run und
Adventure und ist in 3 ziemlich große Teilabschnitte unterteilt, Graf
Olaf´s Haus und Umgebung, das Haus und Anwesen von Onkel Monty und Tante
Josephine´s Heimat: das Haus am Seufzersee.
Eure Aufgabe besteht nun darin zahlreiche Rätsel zu lösen. Diese
bestehen in der Regel darin, dass man für A etwas besorgen muss, welches
B besitzt, aber erst rausrückt, wenn B eine Gegenleistung erhält, die
man bei C im Tausch oder für eine kleine Gefälligkeit erhält und so
weiter. Alternativ gibt es Sammelaufgaben zu erledigen: z.B. alle 13
Rußflecken in Graf Olaf´s Schornstein zu reinigen oder 7 Äste zum
vernageln des gereinigten Schornsteines zu besorgen. Weiterhin gilt es,
das ein oder andere Gerät zu basteln, um bestimmte Ziele erreichen zu
können. Die Rätsel sind also zwar miteinander verzahnt und die
Erledigung einer Aufgabe kann somit schon eine gewisse Zeit
beanspruchen, allerdings wiederholt sich dieses System mit der Zeit und
es fehlen andere Herausforderungen.
Die Bereiche der Abschnitte sind mit Gegnern gespickt, die euch beim
erledigen eurer Aufgaben hindern wollen. Diese stören aber nicht weiter,
da man eh unendlich Leben besitzt. Stirbt man mal, wird man auch gleich
wieder relativ nah am Ort des ablebens wieder ins Spiel gesetzt. Das
Ableben hat auch keinen Einfluß auf den Stand der erledigten Aufgaben.
Daher stört es auch nicht, wenn der ein oder andere Gegner etwas unfair
platziert ist und es so manchmal zu nur schwer vermeidbarem Feindkontakt
kommt. Mehr stört da, dass die Steuerung teilweise nicht allzu exakt
arbeitet. Zu oft passiert es, dass euer Charakter nicht ordentlich auf
ein Sprungkommando reagiert. Insgesamt gesehen hat Frust aber kaum eine
Chance und man kann sich eigentlich auf die Rätsel konzentrieren. Das
einzige was stört ist, dass man im Rahmen der Rätsel bestimmte Orte zu
oft besuchen muss und so z.B. anfangs x-mal kreuz und quer durch Olafs
Haus rennt.
Apropo Steuerung: ihr könnt jederzeit zwischen den drei Kindern wählen,
was auch nötig ist, denn jedes Kind hat spezielle Eigenschaften, die
benötigt werden.
Grafisch gesehen wirkt das Spiel ziemlich farbarm. Das ist aber dadurch
begründet, dass wie im Film ein trostloses Ambiente geschaffen werden
soll, was auch ganz gut gelingt. Insgesamt kann man aber nur von
gehobenem Durchschnitt sprechen. Das gilt auch für die Animationen und
die relativ belanglose und mit der Zeit etwas nervige Hintergrundmusik.
Positiv wäre des weiteren zu erwähnen, dass ihr jederzeit punktgenau
speichern könnt und insgesamt 3 Speicherplätze zur Verfügung stehen.
Somit ist Lemony Snicket auch für ein kurzes Spielchen zwischendurch
geeignet.
Insgesamt ist Lemony Snicket ein typischer Vertreter der Sorte Spiel,
das man ab und zu mal in die Hand nimmt und mal 30 oder 60 Minuten
spielt. Dann wird’s aufgrund der sich wiederholenden Aufgabenstellungen
langweilig und motiviert nicht zum weiterspielen. Am nächsten Tag ringt
man sich dann aber doch wieder dazu durch weiterzuzocken, man will ja
wissen wie es weitergeht.
Fazit: Lemony Snicket wird die Geister scheiden. Lange kann man Lemony
Snicket am Stück aufgrund fehlender Abwechslung nicht spielen, aber
langfristig steckt genügend Motivation zum weiterspielen im Spiel. Dank
relativ großem Umfang wird man aber sicherlich ziemlich lange mit dem
Spiel beschäftigt sein. Aufgrund der Adventure Elemente hebt sich Lemony
Snicket außerdem etwas vom Lizenz-Einheitsbrei ab. Je nachdem wie eure
Ausdauer und wie lange euch das immer gleiche Spielprinzip motiviert
kann man Lemony Snicket einen Wertungsbereich zwischen 60 und 75%
zusprechen. Daher entscheiden wir uns hier für die Mitte.
Spielspaß: 68%
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