Nintendo´s DS entwickelt sich seit
dem Mega-Erfolg von Dr. Kawashima´s Gehirhjogging so langsam aber sicher
zur Edutainment Konsole. Nachfolger wie Big Brain Academy, Englisch
Training, Augen-Training und Spiele diverser anderer Anbieter, die auch
ein Stück vom Lernspiel-Kuchen abhaben wollen verbuchen riesige Erfolge.
Aus dem Hause Nintendo ist nun mit Practise English eine Fortsetzung zu
Englisch-Training erhältlich. Wir haben mal geschaut, für wen der Titel
interessant sein könnte.
Wie der Titel schon verrät, soll auch dieses Programm helfen, die
eigenen Englisch-Kenntnisse zu trainieren. Das bedeutet also, dass auch
Practise English nicht für Englisch-Unkundige geeignet ist, denn ein
Vorwissen auf gehobenem Grundniveau wird vorausgesetzt. Hier geht es
eher darum, sein Englisch zu festigen und in Alltagssituationen sicherer
zu werden.
Das Programm besteht genau wie Englisch Training im Kern aus Diktaten.
Der „Spieler“ hört einen englischen Satz und muss diesen dann auf dem
Touchscreen niederschreiben. Klaro, dass Umfang und Schwierigkeit der
Sätze mehr und mehr zunehmen. Der große Unterschied zu Englisch Training
besteht darin, dass das vorgesprochene Englisch aus Alltagssituationen
stammt. So existieren nun auch diverse Hintergrundgeräusche entsprechend
der aktuellen Thematik und die Sprecher wirken wie direkt von der Straße
– sprechen also nicht immer sehr deutlich wie bei Englisch Training und
haben auch gerne mal einen Dialekt. Die Hintergrundgeräusch sollen die
Verständlichkeit der Dialoge auf ein realeres Niveau angleichen und
erschweren das Verstehen natürlich.
Umso fehlerfreier und schneller der vorgesprochene Satz
niedergeschrieben wird, desto besser die Note, die am Ende einer jeden
„Lektion“ vergeben wird. Die Schrifterkennung bei Practise English ist
dabei so gut gelungen, dass kaum Probleme auftreten, die das Ergebnis
dadurch ungewollt negativ beeinflussen würden. Wer also nicht gerade
eine totale Sauklaue hat, wird von der Schrifterkennung echt begeistert
sein. Bei mir hatte das Programm lediglich mit den „f“ ab und zu seine
Probleme. Kurz gesagt: bei Practise English wird exakt das gleiche
Schrifterkennungssystem genutzt wie bei Englisch Training. Für alle mit
Sauklaue gibt es nun die Möglichkeit, die eigene Handschrift zu
registrieren und so für das Programm erkennbar zu machen.
Wie bei Gehirnjogging und dem Vorgänger Englisch Training gibt es auch
hier jeden Tag einen Test, der absolviert werden kann.
Etwas enttäuscht war ich, wie schon beim Vorgänger davon, dass sich
Practise English nahezu ausschließlich auf diese Diktataufgaben
beschränkt. Es werden nahezu keinerlei andere Aufgaben geboten, die ein
wenig mehr Abwechslung ins Englisch üben bringen würden, wenn man mal
von kleineren Minispielen absieht, die mit der Zeit freigeschaltet
werden, aber im Endeffekt auch nur Schreibaufgaben sind.
Hier hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht.
Optisch orientiert sich Practise English sehr stark an Gehirnjogging und
Englisch Training. Es ist also sehr schlicht gehalten und kein
Grafik-Schnickschnack lenkt vom eigentlichen Spiel ab. Sieht zwar nicht
so aufregend aus, ist aber sehr funktionell und geht somit absolut in
Ordnung. Großartig Musik gibt es auch nicht, die würde aber sowieso
stören.
Fazit: Practise English ist eine gute Möglichkeit für Spieler auf
gehobenem Englisch Grundniveau, das eigene Hörverständnis und
Englisch-Schreibvermögen zu festigen und zu verbessern. Ungeeignet ist
das Programm für absolute Anfänger und Profis. Wem Englisch Training zu
einfach war, der könnte am etwas anspruchsvolleren Practise English
seine Freunde haben. Am besten man lässt sich vor dem Kauf von einem
Bekannten mit Practise English mal das Demo senden und prüft so, ob der
Titel mit dem eigenen Englisch-Fähigkeiten kompatibel ist. Ein wenig
mehr Abwechslung in Bezug auf die Aufgabenstellungen wäre zwar schön
gewesen, aber trotz alledem kann das Programm der genannten Zielgruppe
guten Gewissens empfohlen werden. rw
Spielspaß: keine Wertung
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